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Catsitting zuhause: So funktioniert die Katzenbetreuung in den eigenen vier Wänden

Die wohl häufigste Form der Katzenbetreuung ist die Versorgung in der gewohnten Umgebung – also direkt zuhause.

Das kann entweder durch Personen aus dem Freundeskreis, der Familie oder Nachbarschaft geschehen (unbezahlt) oder durch professionelle CatsitterInnen gegen Bezahlung.

Im Artikel „Katzenbetreuung – welche Optionen gibt es“ findest Du eine Übersicht der verschiedenen Varianten zur Katzenversorgung, wenn wir selbst nicht daheim sein können.

In diesem Beitrag gehen wir nun ausführlicher darauf ein, was bei der Katzenbetreuung in den eigenen vier Wänden beachtet werden sollte.

Inhaltsverzeichnis
Gut versorgt, auch wenn du nicht da bist: So klappt Catsitting zuhause

Was gehört zur Katzenbetreuung?

Damit die Betreuung wirklich gut funktioniert, sollte die Versorgung nicht nur „Füttern und Katzenklo reinigen“ beinhalten. Folgende Punkte sind wichtig:

  • Tägliches Reinigen der Katzentoiletten
  • Tägliches Reinigen von Futter- und Wasserschüsseln und ggf. Trinkbrunnen
  • Tägliches Auffüllen aller Trinkgelegenheiten
  • Je nach Futtermanagement: Mehrmals täglich Füttern/ Befüllen von Futterspielzeugen und ggf. Futterautomaten
  • 30 Min Zeit je Katze für Kuscheln, Spielen, ggf. Clickern und andere für die individuelle Katze wichtige Routinen
  • Tägliche Kontrolle auf Verletzungen und Krankheitssymptome (wie Erbrechen, Durchfall, Schmerzanzeichen etc.)
  • Falls nötig (mehrmals) tägliche Medikamentengabe
  • Organisation der medizinischen Versorgung im Notfall

 

Um das zu gewährleisten, würde ich mindestens 2x täglich Besuche von 30 Minuten empfehlen. Wie lange die täglichen Betreuungszeiten tatsächlich sein sollten, hängt davon ab, um wie viele Katzen es geht und wie Eure normalen Routinen aussehen.

Schreibe Dir am besten einmal auf, wie viel Zeit Du täglich aktiv mit Deinen Katzen verbringst und wie Eure zeitliche Spiel-, Kuschel- und evtl. Trainingsroutine aussieht. Orientiere Dich dann für die Planung der Katzenbetreuung an diesen Zeiten.

Denn die Tatsache, dass die Hauptbezugsperson nicht da ist, ist für sich schon Stressfaktor genug für die meisten Katzen. Damit umzugehen ist in der Regel viel leichter, wenn so viele Routinen und „Hobbies“ der Katze wie möglich auch in Deiner Abwesenheit beibehalten werden können.

 

Vorbereitung: Kennenlernen & Vorbesprechung

Damit das auch erfüllt werden kann, ist es wichtig mindestens einen Kennenlern- bzw. Vorbesprechungstermin vor der tatsächlichen Betreuung auszumachen. Denn nur so kannst Du der Person, die Deine Katze während Deiner Abwesenheit versorgt, auch alle nötigen Informationen und Hilfestellungen vorab geben.

Plan also vor Deiner eigentlichen Abwesenheit mindestens einen einstündigen Besuch ein, in dem Katze und Betreuungsmensch sich kennenlernen und alle wichtigen Dinge vorab besprochen werden können.

 

Was sollte vor der Betreuung geklärt werden?

  • Kennenlernen vorab:
    • Der betreuende Mensch und die Katze müssen sich vorab kennenlernen. Und zwar, solange Du als eigentliche Bezugsperson der Katze noch dabei
    • Dabei kannst Du zum einen der anderen Person genau zeigen, auf welche Art Deine Katze am liebsten Kontakt aufnimmt und wie man sich ihr gegenüber am besten verhält. Und gleichzeitig ist es für Deine Katze leichter, Vertrauen zu der neuen Person aufzubauen, wenn Du bei den ersten Treffen unterstützend dabei bist.

 

  • „Katzen-Handbuch“ besprechen:
    • Besprecht, welche Routinen Du mit Deiner Katze täglich hast und wie diese auch während der Betreuung weiter beibehalten werden können. Klärt dabei auch, welche besonderen Vorlieben die Katze hat und was sie eher nicht mag bzw. was vermieden werden sollte.
    • Zeig der betreuenden Person, wie Du mit Deiner Katze spielst und wie andere Dinge ablaufen, die Ihr normalerweise gemeinsam macht. Je näher der Ablauf an den gewohnten Routinen bleiben kann, desto weniger stressig ist die Betreuungszeit für Deine Katze.
    • Zeig der betreuenden Person, wo Futter, Spielzeug, Katzenstreu, ggf. Medikamente und Nachfüllvorräte zu finden sind, damit sie sich gut zurechtfindet.

 

  • medizinsches
    • Wenn Deine Katze Medikamente benötigt, besprecht auch hier ganz genau vorab, wann, wie und welche Mittel Deine Katze bekommen muss und wie genau die Eingabe funktioniert.
    • Übt die Medikamenteneingabe mindestens einmal zusammen.
    • Hat Deine Katze möglicherweise Erkrankungen wie z.B. einen Hautpilz etc., der für Menschen ansteckend sein könnte? Oder bekommt sie Medikamente, für die bestimmte Schutzmaßnahmen für den Menschen wie Handschuhe nötig sind? Auch wenn solche Punkte für Dich vielleicht schon ganz selbstverständlich ist, für die betreuende Person ist es das wahrscheinlich nicht, denn woher soll sie es wissen? Sprecht also auch möglicherweise nötige Aspekte zum Schutz der Catsitterin/des Catsitters vorab ab.

 

Tipp: Ich persönlich mache gerne zusätzlich zum Gespräch vorab noch ein „Wohnungsführungsvideo“ und eine Checkliste mit den wichtigsten Punkten – so wird sicher nichts vergessen.

Was tun im Notfall?

Besprecht genau, was in Krankheits- oder Notfällen zu tun ist. Im besten Fall kommt es nie dazu – aber wenn doch, werdet Ihr sehr froh sein, wenn alle wichtigen Punkte vorab geklärt sind:

  • Wo steht die Transportbox und wie gelangt die Katze normalerweise in die Box?
  • Sind vor Autofahrten Medikamente nötig und wie werden diese verabreicht?
  • Welche Tierarztpraxis ist zuständig bzw. welche Praxis/ Klinik mit Notdienst kann in Notfällen außerhalb der regulären Sprechzeiten kontaktiert werden?

 

Kostenübernahme:

Sollte es zu einem Notfall kommen, sind mit der medizinischen Behandlung Kosten verbunden. Die wenigsten Praxen und Kliniken stellen Rechnungen aus und die wenigsten CatsitterInnen können spontan für hohe Summen in Vorkasse gehen.

Ich würde zwar immer empfehlen, eine gute Tierkrankenversicherung abzuschließen (mehr dazu in diesem Artikel), aber auch trotz Versicherung müssen die Kosten erstmal oft selbst getragen werden.

Sprecht also vorab genau ab und haltet ggf. schriftlich fest, wie die Kostenübernahme im Fall einer nötigen tierärztlichen Behandlung in Deiner Abwesenheit geregelt ist.

Tipp: Als zusätzliche Sicherheit würde ich persönlich (solange niemand daheim ist)  immer eine Haustierkamera laufen lassen.  

Ich selber benutze dafür diese Kamera hier*, mit der ich von unterwegs aus einfach vom Handy aus zu jeder Tages- und Nachtzeit nach meinen Beiden sehen kann. Es gibt aber natürlich auch verschiedene andere gute Kameras, die den gleichen Zweck erfüllen.

 

Kombiniertes Wohnungs- und Catsitting

Auch eine Möglichkeit zur Katzenbetreuung ist, dass eine andere Person während der eigenen Abwesenheit in der Wohnung einzieht und sich um Katze(n) und Wohnung kümmert. Das hat den Vorteil, dass die Katze weitgehend ihren gewohnten Rhythmus beibehalten kann und weniger alleine ist.

Ist die betreuende Person für die Katze aber eher gruselig oder sie kennen sich vorher vielleicht sogar überhaupt nicht (wie z.B. bei manchen Couchsurfing-Varianten), kann das für die Katze ein extremer Stressfaktor sein.

Auch für Katzen, die normalerweise tagsüber alleine daheim sind und es gewohnt sind, dass ihre Menschen nur morgens und abends für sie Zeit haben, ist so eine plötzliche Dauerbetreuung oft eher stressig als förderlich.

Für Katzen, die sonst quasi 24/7 Menschenkontakt haben und die schon eine positive Beziehung zu ihrer Betreuungsperson aufbauen konnten, ist so ein kombiniertes Wohnungs- / Katzensitting aber oft eine gute Option.

 

Ob die Betreuung daheim nun besser von Menschen aus Deinem Familien- und Freundeskreis oder gegen Bezahlung von gewerblichen CatsitterInnen stattfindet, ist ganz individuell….

Betreuung durch Personen aus Freundeskreis, Familie oder Nachbarschaft

Für viele ist das die einfachste und günstigste Option, um die eigene(n) Katze(n) versorgt zu wissen, während man selbst nicht daheim ist.

 Ein großer Vorteil dabei: Es muss keine fremde Person in die eigene Wohnung. Für viele Menschen ist es ein besseres Gefühl, wenn Personen, die man selbst gut kennt und denen man vertraut, die Versorgung der felligen Familienmitglieder übernehmen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Person vielleicht vorher schon häufiger zu Besuch war, schon vor der eigentlichen Betreuung öfter zum Spielen, Kuscheln und vllt. Clickern vorbeikommen kann und für die Katze im besten Fall schon „zur Familie“ gehört.

Wenn es sich um Menschen handelt, die auch wirklich Spaß an der Katzenbetreuung haben und die Katze(n) gerne mögen, kann das eine feine Sache sein.

Wovon ich aber gar nichts halte, ist das leider häufig vorkommende: „Einmal am Tag Futter reinstellen und Klos saubermachen reicht…“

Denn das ist einer Katze, die durch die Abwesenheit ihrer Bezugspersonen sowieso schon möglicherweise gestresst ist, einfach nicht fair. Die gewohnten Routinen aus Spielen, Kuscheln, ggf. Clickertraining etc. sollten auch in der Urlaubsbetreuung beibehalten werden.

Falls Du Dir jetzt denkst „meine Katze spielt aber nicht“, lies bitte unbedingt diesen Artikel hier, denn Katzen die nicht spielen, haben immer einen Grund dafür.

Auch auf Verletzungen, medizinische Auffälligkeiten der verändertes Verhalten der Katze sollte die Betreuungsperson achten – und notfalls entsprechend reagieren können.

Und hier stellt sich die Frage:

Sind Familienmitglieder oder Personen aus dem Freundeskreis oder der Nachbarschaft bereit, sich gerne ohne Bezahlung über mehrere Tage jeweils mindestens 1-2 Stunden täglich mit der Katze zu beschäftigen?

Können sie möglicherweise nötige Medikamente geben oder die Katze im Krankheitsfall in die Tierarztpraxis bringen?  Und das, ohne dass daraus ein Ungleichgewicht in der Menschenbeziehung entsteht?

Gerade in Personengruppen aus mehreren Katzenhaltenden, die ihre Katzen im Wechsel betreuen, klappt das oft sehr gut und alle können davon profitieren. Wenn nicht, kann unter Umständen aber die Option von Katzensitting gegen Bezahlung die bessere sein.

Catsitting gegen Bezahlung

Bei dieser Betreuungsvariante versorgt eine andere Person gegen Bezahlung Deine Katze(n).

Es gibt inzwischen eine relativ große Auswahl an Angeboten von vollberuflich arbeitenden CatsitterInnen mit eigenem Gewerbe bis zu Nachbarschaftshilfe gegen kleines Geld. Da es beim Catsitting um viel Verantwortung geht, solltest Du die Personen denen Du Deine Katze(n) und Deine Wohnung anvertraust, gut auswählen.

Leider sind mir keine validierten Qualitätssiegel oder verlässlichen Nachweise bekannt, mit denen professionelle KatzensitterInnen sich wirklich vorab „beweisen“ können. Deshalb ist es wichtig, dass Du bei der Auswahl einer geeigneten Person selbst gut aufpasst und Dir unbedingt vor der eigentlichen Betreuung ein Bild von ihr machst.

 

Kosten für bezahltes Katzensitting:

Diese variieren je nach Ort und Qualifikation stark, Angebote von 5-30€ pro Besuch sind oft zu finden, je nach Leistung auch teurer.

Das mag vielleicht erstmal teuer erscheinen, aber gerade eine gute Katzenbetreuung ist etwas, woran ich persönlich auf keinen Fall sparen würde. Denn es geht hier schließlich darum, dass ich mich darauf verlassen kann, dass meine tierischen Familienmitglieder gut versorgt sind.

Für alle, die beim Gedanken an die Preise vielleicht denken „Nur für einmal am Tag füttern und Klo sauber machen, während ich eine Woche am Strand liege, zahle ich doch keine  200€ extra“:  Es geht eben nicht nur um füttern und Klo sauber machen, sondern um viel, viel mehr.

Und die Katze hat schließlich nicht darum gebeten, alleine gelassen zu werden, während ihre Menschen in den Urlaub fahren.

An dem Punkt sollten aus meiner Sicht die Kosten für eine gute und verlässliche Katzenbetreuung also von Anfang an ins eigene Urlaubsbudget eingerechnet werden. Und selbst wenn dann vielleicht der Urlaub ein paar Tage kürzer ausfällt… In dem Wissen, dass es der Katze daheim währenddessen auch gut geht, kann man ihn doch viel mehr genießen, oder? 😊

Tipp: Die Kosten für gewerbliche Katzenbetreuung mit korrekt ausgestellter Rechnung lassen sich sogar als haushaltsnahe Dienstleistung nach § 35a EstG steuerlich absetzen. (hier nachzulesen)

Wie finde ich eine Katzenbetreuung?

Finden lassen sich gewerbliche KatzensitterInnen mit eigener Webseite zum Beispiel über eine Schlagwortsuche im Netz mit beispielsweise „[Name des Wohnorts] + Katzenbetreuung“ oder statt Katzenbetreuung auch z.B. „Katzensitting / Catsitting / Urlaubsbetreuung Katze“.

In lokalen Social Media Gruppen, örtlichen Tierbedarfsläden, Tierarztpraxen, Tierheimen und teilweise auch einfach an schwarzen Brettern oder in größeren Geschäften sind auch oft Aushänge von entsprechenden Angeboten zu finden.

 

Eine andere Möglichkeit sind Seiten wie „Catinaflat“, auf denen sich Privatpersonen mit Interesse am Katzensitting und Katzenhaltende auf der Suche nach CatsitterInnen registrieren können. Die Kontaktaufnahme und Bezahlung für die Katzenbetreuung laufen dann direkt über die Plattform.

 

Woran erkenne ich gute KatzensitterInnen?

Es gibt nun wirklich großartige KatzensitterInnen, die einen tollen Job machen – aber leider auch Personen, die wenig Ahnung von Katzen haben. Deshalb lohnt es sich, vor der ersten Kontaktaufnahme genau zu lesen, was die potentielle Betreuungsperson von sich preisgibt.

 

Hinweise auf Qualität können sein:

  • Fortbildungen zu Katzenthemen, berufliche Vorerfahrung mit Katzen
  • Führungszeugnis
  • viele gute Bewertungen
  • Transparente Beschreibungen der Leistungen und Abläufe

Gleichzeitig gibt es  auch „Neulinge“, die gerade erst ganz frisch ins Katzensitting starten und es trotzdem vorbildlich machen. Oft erkennt man schon in der Selbstbeschreibung, ob es passen könnte.

 

Ganz wichtig ist dann unbedingt ein persönliches Kennenlernen.

Einige KatzensitterInnen bieten das kostenfrei an. Ich persönlich habe dafür bisher immer von mir aus bereits eine Bezahlung angeboten, weil die andere Person mir ja im Kennenlernen ebenfalls eine Stunde Arbeits- und Lebenszeit schenkt, sich die Mühe macht, extra dafür zu mir nach Hause zu kommen – und ich es wichtig finde, das zu honorieren.

Nur weil ein erstes Treffen vereinbart wird, heißt das übrigens nicht, dass die andere Person auch später wirklich gebucht werden muss. Sondern das erste Kennenlernen ist aus meiner Sicht auch ein beidseitiges „Casting“ oder „Bewerbungsgespräch“, in dem beide Seiten gucken können, ob es  „matcht“ – für mich persönlich ein Grund mehr, diese Arbeitszeit zu entlohnen.

Im Kennenlernen sollten dann unbedingt die oben bereits erwähnten Punkte aus der Checkliste besprochen werden.

Außerdem ist das Vorgespräch für Dich eine gute Möglichkeit um Dich von der Kompetenz der anderen Person zu überzeugen und ein Gefühl zu bekommen, ob sie die richtige ist, um ihr Deine Wohnung und Deine Katze(n) anzuvertrauen.

Mögliche Hinweise auf Kompetenz sind z.B.:

  • Wird ein Kennenlerntermin proaktiv angeboten?
  • Welche Fragen werden gestellt?

 

Gib der anderen Person ruhig Raum, selbst Fragen zu stellen, statt sie direkt mit allen Informationen zu „überfallen“.

Positiv sind z.B. Fragen nach:

  • Sicherheit beim Lüften/ Fenstersicherung
  • Impfausweis, behandelnder Tierarztpraxis, Transportbox
  • Verhalten im Notfall
  • Vorerkrankungen, Unverträglichkeiten oder bekannten Problemen

 

  • Wie ist das Verhalten der Katze gegenüber?
    • Darf die Katze selbst Kontakt aufnehmen oder wird sie übergriffig angefasst?
    • Reagiert Deine Katze eher positiv auf die neue Person oder zieht sie sich auffallend zurück?
    • Wird der Katze der nötige Raum gelassen, wenn sie eher vorsichtiger ist?

 

  • Wie reagiert die Person auf das Thema Haustierkamera?

Nicht alle Menschen möchten gerne gefilmt werden. Aber ich persönlich finde es doch beruhigend, wenn die Person, die in meiner Abwesenheit auf meine Wohnung und die Katzen aufpasst, kein Problem damit hat, wenn gerade bei den ersten Sittings auch ein Teil der Wohnung per Haustierkamera abgedeckt ist.

 

  • Werden tägliche Updates der Katzen (mit Foto/Video) nach den Besuchen angeboten?

Basics wie Füttern, Katzenklos sauber machen, evtl. Pflanzen gießen etc. sollten natürlich auch besprochen werden –  das alleine wäre allerdings das absolute Minimum.  

Wenn Du ein gutes Bauchgefühl hast und der Kennenlerntermin gut läuft, macht unbedingt einen Betreuungsvertrag in dem geregelt ist, wie viele Besuche und welche Leistungen stattfinden sollen und was im Notfall zu tun ist. Gewerbliche KatzensitterInnen haben meist dafür sowieso schon ihre eigenen Vordrucke.

Katze in Transportbox

Was, wenn die Katze sich vor Fremden fürchtet?

Gerade bei Katzen, die nicht jede fremde Person sofort überschwänglich begrüßen, sind Kennenlerntermine vor der eigentlichen Betreuung ganz besonders wichtig.

Eventuell sind dann auch mehrere Treffen nötig, damit Deine Katze vorab Vertrauen aufbauen kann. Ist die Furcht vor Fremden so groß, dass auch trotz mehreren Treffen vorab keine Entspannung möglich ist, stellt eine Fremdbetreuung eine größere Herausforderung da.

Wenn es kurzfristig unvermeidbar ist, besteht zwar ggf. auch die Möglichkeit, dass die betreuende Person nur zum Füttern und Saubermachen vorbeikommt und in der restlichen Zeit per Haustierkamera überprüft werden kann, dass die Katze sich normal verhält und gut frisst.

Ich rate in solchen Fällen aber dringend zu einer Verhaltenstherapie. Damit kann der Katze individuell dabei geholfen werden, mehr Selbstbewusstsein aufzubauen, ihre Furch vor Fremden zu besiegen – und für schwierige Phasen wie einer Fremdbetreuung kann sie zusätzlich durch z.B. Nahrungsmittelergänzungen und ggf. auch angstlösende Medikamente unterstützt werden.

Denn Furcht vor Fremden ist ein Problem, das durchaus ernst genommen werden sollte und bei dem die Katze Unterstützung braucht. Selbst wenn keine Fremdbetreuung nötig ist und Du nie Besuch bekommst, wird ihr das spätestens beim jährlichen Tierarztbesuch helfen.

 

Persönliches Beispiel dazu:

 Whiskey, ist ja mit sehr großer Furcht vor Fremden bei uns eingezogen und hat sich anfangs noch stundenlang unsichtbar gemacht hat, sobald eine fremde Person in Hörweite war. Durch viel Training und Selbstbewusstseins-Aufbau ist Whiskey inzwischen so weit, dass sie Fremde erst einige Minuten aus ihrem sicheren Rückzugsort heraus beobachet und sich dann im Verlauf von 10-30 Minuten traut, Kontakt aufzunehmen.

Wenn mein Partner und ich nur wenige Tage weg sind, kommt inzwischen eine Catsitterin aus der Umgebung zu Besuch und versorgt sie und ihre Schwester Tips. Sie war vor der ersten Betreuung 1h lang zu Besuch. Nach 10 Minuten Kennenlern- Gespräch habe ich mit Tips die Lieblingsclickertricks der Beiden gestartet, während die Catsitterin mit etwas Abstand zugeschaut hat:

Diese gewohnte Clicker-Routine hat Whiskey genug Sicherheit gegeben, um nach wenigen Minuten mit ins Zimmer zu kommen und ebenfalls ein paar ihrer Lieblingstricks zu zeigen. Danach konnte sie bereits ersten Kontakt zur Catsitterin aufnehmen und einige Leckerli von ihr annehmen. Beim zweiten Besuch hat sie sie dann bereits schnurrend begrüßt und sie von sich aus zu Spiel- und Streicheleinheiten aufgefordert.

Trotzdem ist ein Bereich der Wohnung ihr absoluter „Safe Space“, den die Catsitterin außer im absoluten Notfall auch nicht betritt, damit Whiskey selbst entscheiden kann, wieviel Kontakt sie möchte. Außerdem bekommt sie zur Unterstützung vor solchen Betreuungstagen unter anderem Zylkene* als psychisch unterstützendes Nahrungsergänzungsmittel und es steckt ein Pheromonverdampfer* mit beruhigenden Pheromonen, um es ihr etwas einfacher zu machen.

Das ist natürlich kein Patentrezept, was in exakt der Form für alle Katzen funktioniert und dem aktuellen Stand geht viel Training und Arbeit voraus. Aber mit der passenden Unterstützung sind auch für Fremden gegenüber nicht so offenen Katzen durchaus entspannte Catsittings möglich.

Wenn Du Dir dabei Unterstützung wünschst, kannst Du mich gerne  für eine Beratung kontaktieren.

Glückliche Katze entspannt zuhause während Catsitting

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Alle Produktempfehlungen sind persönliche Empfehlungen aus meiner Erfahrung als Katzenhalterin ohne tiermedizinischen Anspruch.

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Tierärztin mit Spezialisierung auf Verhaltenstherapie & innere Medizin, Cat Friendly Veterinary Professional, Fear Free Veterinary Professional, Katzentrainerin und selbst begeisterte Katzenhalterin

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Eine Antwort

  1. Toller Beitrag mit dem man seine eigenen Vorstellungen nochmal abgleichen kann. Die Thematik der chronisch kranken und ängstlichen Katzen finde ich besonders wichtig. An einen Safe Space Ort hatte ich noch nicht gedacht und deshalb ist das für mich ein wesentlicher Hinweis. Und ja: Lieber ein paar Urlaubstage weniger, aber die Katzen sind gut versorgt und fühlen sich auch in der eigenen Abwesenheit wohl.

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